Burg Kastellaun

Mitten im alten Zentrum von Kastellaun erhebt sich ein uraltes Gemäuer: die Burg Kastellaun! Bereits im frühen 13. Jahrhundert wird die Burg und damit auch der Ort Kastellaun in Urkunden erstmals erwähnt. Die Burg gehörte den Grafen von Sponheim, die allerdings ihren Stammsitz in der Nähe von Bad Kreuznach hatten. In Kastellaun residierten die Sponheimer nur unter Simon II im 14. Jahrhundert. Zwei Jahrhunderte später erkor dann Markgraf Eduard Fortunatus von Baden die Kastellauner Burg zur Residenz auf Zeit. Im pfälzischen Erbfolgekrieg kam es 1689 zur Zerstörung der Burg. Im 18. Jahrhundert fiel Kastellaun nebst Burgruine unter französiche Herrschaft, die bis 1815 andauerte. Anschließend war Kastellaun Teil der preußischen Rheinprovinz. 1884 erwarb die Stadt die Burgruine und führte eine erste Restaurierung durch.

Ende des 20. Jahrhunderts wurde noch einmal kräftig renoviert. Heute reckt die Burg Kastellaun wieder trutzige Mauern in den Himmel und wird für verschiedene Kulturveranstaltungen und Events genutzt.

Castellauner Böck

Die Kastellauner hatten an der Mosel (Vermutlich in Winningen) einen Weinberg gepachtet und sollten als Pachtabgabe jedes Jahr zwei Böcke liefern. Als einmal ein schlechtes Erntejahr war, konnten Sie den Pachtpreis nicht zahlen und kamen so auf die Idee einen Bock zu schlachten, zu zerteilen und so auf einen Wagen zu drapieren, dass es von weitem so aussah, als ob zwei Tiere darauf wären. Natürlich flog der Betrug auf – die Überbringer mussten auch für einige Zeit ins Gefängnis. Jedoch hatte der Amtmann ein Einsehen und beließ es für dieses Jahr dabei. Doch im nächsten Jahr sollte wieder der ursprüngliche Pachtzins bezahlt werden. Der als Schmähung für die bauernschlauen Kastellauner Bürger gedachte Spottname „Castellauner Böck“ wurde von diesen allerdings mit Stolz getragen.
Auch der Karnevalsverein trägt heute noch diesen Namen. Das Motiv der Böcke wird am Rathaus, in Form von zwei goldenen Böcken wieder aufgegriffen, welche zwischen 07:00 und 22:00 Uhr jeweils zur vollen Stunde ihre Köpfe zusammenhauen.

Haus Colditz

Erbaut ca. 1820. Das Haus war ein unscheinbares kleines Stadthaus neben den herrschaftlichen neuklassizistischen benachbarten Gebäuden. Der frühere Besitzer war ein weit gereister Kaufmann, den sein Handelsreisen bis nach Odessa führte. In dieser berühmten Hafenstadt am Schwarzen Meer sah er eine Hausfassade im Jugendstil, die ihn so beeindruckte, dass er sich wieder zu Hause in Kastellaun für sein Haus eine Kopie davon herstellen ließ (1890).
In den 50er Jahren war im Haus Colditz ein Miederwarengeschäft ansässig, was aufgrund der gut gebauten Damen über der Eingangstür zu allerlei spaßige Bemerkungen Anlass gab.
1999 hat die Stadt Kastellaun Eigentum an dem Objekt erworben und es aufwendig renoviert. Seit Anfang 2008 ist hier der Sitz der Tourist-Information Ferienregion Kastellaun.

Haus Heidrich

Eine Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert umschloss die Stadt „Castelhun“. Davor lag ein Graben bis zu einer Breite von 20 m. Im 16. Jhd. wurde in der heutigen Vorderen Eifelstraße ein Fachwerkhaus angebaut. Das Haus überstand die Zerstörung durch französische Truppen 1689. Noch heute zeigt sich das Fachwerk aus dem 17. Jhd. Nach der weiteren Entwicklung von Kastellaun Ende des 18., Anfang des 19. Jhd. wurde der Stadtgraben teilweise zugeschüttet und ein Gebäude in bzw. auf den Graben, an die Stadtmauer angelehnt, errichtet. Noch heute deutet eine Jahreszahl „1827“ auf dieses Vorgängergebäude hin. Im Untergeschoss kann man immer noch die historische Stadtmauer aus dem 15. Jhd. betrachten. Im Jahre 1905 wurde ein stattliches Wohn- und Geschäftshaus anstelle des Vorgängergebäudes errichtet. Ein Gebäude mit Gründerzeit- und Jugendstilelementen. Genutzt wurde das Anwesen mit Geschäftsfläche im Erdgeschoss und wohnlich in den oberen Etagen bis Ende der 50-er Jahre des letzten Jhd. Danach wurde das Gebäude nur wohnlich genutzt und in bzw. vor dem Gebäude eine Tankstelle errichtet. 2008 wurden die Nebengebäude abgebrochen und ein Neubau, ebenfalls als Wohn- und Geschäftshaus, an gleicher Stelle errichtet. Das historische „Haus Heidrich“ wurde saniert und im Unter- und Erdgeschoss Räumlichkeiten für Gastronomie vorgegeben.

Ev. Kirche

Das älteste Gebäude in Kastellaun wurde zwischen 1318 und 1353/54 erbaut und blieb bei der Zerstörung von Kastellaun im pfälzischen Erbfolgekrieg (1689) erhalten. Besonders sehenswert sind die in Stein gehauenen Grabplatten, die an den Sponheimer Grafen Simon II., seine Ehefrau und eines ihrer Söhne erinnern.

Kath. Kirche

Die Kath. Kirche "Hl. Kreuz" ist eine dreischiffige Basilika, die von 1899 bis 1902 im neugotischen Stil mit Querschiff und Nebenchören errichtet wurde.
Die Kirche liegt auf einer Anhöhe im Bereich der ehemaligen Niederburg.

Gehaichnis

Um 1730 wird eine katholische Schule mit Lehrerwohnung errichtet, der Schulraum befindet sich im 2. Stock. Nach Ende des Krieges bietet das verlassene Gebäude Obdachlosen Asyl und wird stark frequentiert. In den 50er Jahren wird hier offiziell ein Übernachtungsheim für Obdachlose eingerichtet. Seit der umfassenden Renovierung ist das Haus als vielfältige Begegnungsstätte von Einwohnern und Besuchern von Kastellaun. Sehenswertes ist die erhaltene originale Schulhaustreppe.

Stolpersteine

Im Jahr 2009 wurden 10x10 cm große "Stolpersteine" zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger von Kastellaun in die Bürgersteige in der Zeller- und Marktstraße, im Hasental sowie im Spesenrother Weg eingelassen. An der Stelle der in der Reichspogromnacht 1938 zerstörten Synagoge in der Eifelstraße errichtete die Stadt Kastellaun zudem ein Denkmal, das den Ermordeten zumindest ihren Namen widergibt. Im Jahre 2017 ergänzt die AG der IGS Kastellaun "Schule ohne Rasssismus" diese Stolpersteine durch QR-Codes. Damit lassen sich weitere Informationen über die Opfer erschließen.


Tourist-Info

Marktstr. 16, 56288 Kastellaun
Tel.: +49 (0)6762-401873
touristinfo@SPAMPROTECTIONkastellaun.de