Nahwärmenetze

Nahwärmenetze sind Heizungs- und Warmwasserversorgungssysteme, die eine Gruppe von Gebäuden oder sogar ganze Stadtteile mit Wärme versorgen. Im Gegensatz zu Fernwärmenetzen, die Wärme über große Entfernungen von zentralen Wärmeerzeugungsanlagen zu den Verbrauchern transportieren, werden Nahwärmenetze in der Regel lokal betrieben und versorgen nur eine begrenzte Anzahl von Gebäuden.

In Nahwärmenetzen wird die Wärme durch Rohrleitungen von einem zentralen Wärmeerzeuger, wie zum Beispiel einem Blockheizkraftwerk, einem Holzvergaser oder einer Solarthermieanlage, zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort wird die Wärme dann genutzt, um Heizung und Warmwasser zu erzeugen.

Jeder zusätzlich verlegte Meter der Rohrleitung verursacht hohe Kosten. Außerdem entstehen immer weitere Wärmeverluste, je länger die Rohrleitung wird. Es ist also von Vorteil, wenn die Wärme schnellstmöglich einen Abnehmer findet.

Hinsichtlich der Effizienz von Nahwärmenetzen stellen sich demnach zwei maßgebliche Fragen:

  • Wie viele Gebäude wollen angeschlossen werden? (Anschlussquote)
  • Wie hoch ist die Menge an Wärme pro Meter, die abgenommen wird (Wärmeliniendichte)

Neben Wohngebäuden können auch sogenannte „Ankerkunden“, die einen hohen Wärmebedarf haben, die Effizienz von Nahwärmenetzen erhöhen. Beispiele für solche Ankerkunden sind Schulen, Kindergärten oder Seniorenheime, aber auch industrielle Produktionsstätten.

Im Rahmen von 6 Quartierskonzepten wurde die Umsetzbarkeit von Nahwärmenetzen in 15 Ortschaften in der Verbandsgemeinde untersucht. Folglich ist es vorerst nur in Kastellaun sinnvoll, dieses Thema weiterhin zu verfolgen.

Nahwärmenetze können eine effiziente und umweltfreundliche Alternative zu individuellen Heizungsanlagen darstellen, da sie eine höhere Effizienz und eine bessere Ausnutzung erneuerbarer Energiequellen ermöglichen können. Zudem können sie auch die Kosten für die Wärmeversorgung reduzieren und den Installations- und Betriebsaufwand senken. Gemeinsam mit einem Flächengewinn im eigenen Gebäude können Nahwärmenetze somit für die Nutzer von Vorteil sein.

Nahwärme Kastellaun

Im Fokus steht unter Anderem die Schaffung einer Möglichkeit, auch im stark verbauten Stadtzentrum von Kastellaun dekarbonisiert heizen zu können.

Im Rahmen der Erstellung des Quartierskonzepts der Stadt Kastellaun wurde deutlich, dass diese Überlegung auch für 85% der Befragten interessant ist.

Im Quartierskonzept wurden insgesamt vier verschiedene Szenarien eines Nahwärmenetzes, die unterschiedliche Bereiche von Kastellaun abdecken würden, geprüft. Außerdem wurden diese Szenarien mit Anschlussquoten von 100% bzw. 70%, sowie mit verschiedenen Möglichkeiten für die Ausgestaltung der Heizzentrale, berechnet.

In Kastellaun besteht bereits ein älteres Netz sowie seit 2006/2007 auch ein neues Nahwärmenetz, welches im östlichen Teil von Kastellaun betrieben wird. In der Vergangenheit waren zahlreiche große Liegenschaften daran angeschlossen, jedoch haben sich einige Abnehmer von mittlerweile wieder von diesem Wärmenetz getrennt.

 

Nahwärme Mannebach (Beltheim)

In Mannebach ist seit 2012 ein genossenschaftlich organisiertes Nahwärmenetz mit einer Leitungslänge von 871 Metern in Betrieb. Dieses versorgte mit einer Wärmemenge von ca. 290.000 kWh im Jahr 2024 insgesamt 19 Haushalte mit Wärme. Die Wärme wird durch die Verbrennung von Holzhackschnitzeln erzeugt. Zudem wurde zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 29 kWp auf dem Dach des Gebäudes errichtet.

 

Förderung

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