Zukunftstag

Stadt- und VG-Bürgermeister Christian Keimer (Mitte) und Schirmherrin Ulrike Höfken (3. von rechts) eröffneten gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten, Klimaschutzmanagern, Ex-Landrat Bertram Fleck und Vertretern der Energieagentur den ersten Zukunftstag in Kastellaun. Foto: Werner Dupuis

Zukunftstag in Kastellaun - Pressebericht RHZ

Kastellaun blickt positiv in die Zukunft

Aktionstag Lokales Handeln trägt zum Schutz von Umwelt und Klima bei – Energie und Mobilität standen im Mittelpunkt

 

Kastellaun. Ein deutliches Zeichen für Nachhaltigkeit, Klima- und Naturschutz sowie die Energiewende hat Kastellaun mit seinem ersten Zukunftstag am Sonntag gesetzt. Unter dem Motto „Erleben Sie die Zukunft schon heute“ konnten sich die zahlreichen Besucher am Marktplatz und den umliegenden Straßen über diverse Energiespartechniken, Elektromobilität, Solar- und Windkraft, Ernährung mit regionalen Produkten und Nachhaltigkeit bei Forst- und Landwirtschaft informieren.

Bürgermeister Christian Keimer, der gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken den Zukunftstag auf dem Marktplatz eröffnete, begrüßte unter anderem die Bundestagsabgeordneten Peter Bleser (CDU) und Carina Konrad (FDP), den Kreisbeigeordneten Reinhard Klauer, den ehemaligen Landrat und Energievorreiter Bertram Fleck sowie Bürgermeister und Beigeordnete aus den Nachbargemeinden und Städten. „Ohne Bertram Fleck wäre vieles, über das wir uns heute unterhalten, erst gar nicht da“, lobte Keimer das Wirken des Ex-Landrats. Er erinnerte daran, dass der Kreis bereits 2011 sein Klimaschutzkonzept aus der Taufe gehoben hat. Viele Zukunftsprojekte seien auch bei den Ortsgemeinden umgesetzt worden, wie zum Beispiel die Energiegenossenschaft in Mannebach. Vertreten mit einem Stand war auf dem Marktplatz auch die Gemeinde Neuerkirch, die sich gemeinsam mit ihren Külzer Nachbarn zum global beachteten Energie-Pionier entwickelt hat. Die Idee zum Zukunftstag stammt unter anderem von Höhenwind-Chef Werner Vogt aus Beltheim, aber auch von anderen innovativen Unternehmern aus der Region Kastellaun. „Wir möchten damit einen Blick in die Zukunft wagen, uns nicht nur präsentieren, sondern auch Mut für den Weg in eine gute Zukunft machen“, betonte der VG- und Stadtchef. Rund um den Marktplatz reihten sich dazu Info-Stände von Energie- und Verbraucheragentur, konnte man Runden mit vielen Elektroautos – darunter einem 90 000 Euro teuren und 421-PS-starken Tesla – drehen, surrten die Motoren von E-Bikes, wurde über alternative Energien aufgeklärt, gab es Bio-Wein und Honig vom Hunsrück sowie Insekten als proteinhaltiger Snack. Kinder klärten über das Schulprojekt „Plant for the Planet“ auf, das sich zum Ziel gesetzt hat, im Sinne des Klimaschutzes weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Dazu passend überreichte Werner Vogt einem Vertreter der Tropenwaldstiftung OroVerde einen Spendenscheck über 22 000 Euro. „Wir agieren lokal und doch global“, sagte Keimer dazu. Nicht zuletzt sei die Idee zu dieser „außergewöhnlichen Gewerbeschau 4.0“ auch aus dem Projekt „Zukunftsplan 2030“ entstanden, einem bundesweiten Projekt, an dem acht Kleinstädte in peripheren Randlagen beteiligt waren. Das Modellvorhaben soll den Kastellaunern als Leitplanke für den Weg in eine positive Zukunft dienen.

Umweltministerin Höfken bezeichnete den Rhein-Hunsrück-Kreis als enorm innovative Region. „Wie viele Ideen hier entstanden und Modelle in Sachen Nachhaltigkeit umgesetzt worden sind, ist beispielgebend für das Land, die Republik und ganz Europa.“ Die Menschheit habe seit Beginn der Industrialisierung schon eine ganze Menge an Ressourcen aufgebraucht. „Wir haben nur den einen Planeten und wir tragen Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder. Im Moment verbrauchen wir mehr, als die Erde hergibt. Die Aufgabe, dies zu drehen ist eine gemeinsame, weltweite Aufgabe.“

Höfken nannte die Starkregenereignisse der vergangenen Tage in der Herrsteiner Region als eine der Folgen des Klimawandels. „Deshalb ist es ja so toll, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis ein Vorreiter bei der Reduzierung von Treibhausgasen ist. Ihre Region ist auch so innovativ, weil sie nicht gerade mit Reichtum oder Bodenschätzen gesegnet ist. Deshalb musste man sich auf dem Hunsrück immer etwas einfallen lassen – und das ist bei den Themen Energiewende und Klimaschutz geglückt.“

Zahlreiche Fachvorträge, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Info-Veranstaltungen machten den Kastellauner Zukunftstag zu einer rundum gelungenen und sicherlich nachhaltigen Sache.

 

Bericht von Redakteur der RHZ: Markus Lorenz
Foto: Werner Dupuis

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Montag, 4. Juni 2018, Seite 17

 

Nähere Informationen und Details zum Zukunftstag finden Sie auf unserer Sonderseite "Zukunftstag".

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