Innenminister Ebling übergibt Förderbescheid - Neubau der Stadthalle Tivoli kann starten

„Endlich ist es soweit! Wir können unsere neue Stadthalle bauen.“ Bürgermeister Christian Keimer ist überglücklich. Heute erhielt er aus den Händen von Innenminister Michael Ebling den Förderbescheid über 5.600.000 €. Keimer zeigte die besondere Geschichte der Vorgängerbauwerke auf. Nachdem das erste „Tivoli“, damals noch im Privateigentum, im Jahr 1958 abbrannte, wurde innerhalb weniger Monate ein neues Gebäude mit Saal, Gastronomien, Fremdenzimmern und Kino hochgezogen. Dieses Gebäude, mit Ausnahme des Kinos, konnte die Stadt Kastellaun von der Familie Wolf Anfang der 1980er Jahre erwerben. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Stadthalle Tivoli von vielen Nutzern aus der Region und natürlich der Stadt für viele öffentliche und private Veranstaltungen genutzt. In den Jahren  2015 bis 2018 nahm die Stadt neben 8 anderen Kleinstädten aus der Republik an einem vom Bund geförderten Kleinstadtprojekt „Potenziale von Kleinstädten in peripherer Lage“ teil. Im Rahmen dieses Projekts wurde mit hoher Bürgerbeteiligung, wissenschaftlicher Begleitung und Moderation der Zukunftsplan „Kastellaun 2030“ entwickelt. Als eines der Schwerpunktthemen aus der Kastellauner Bevölkerung kristallisierte sich der Wunsch nach einer modernen / modernisierten Stadthalle heraus. Anfang 2018 konnte dann endlich das ehemalige Kino erworben werden. Anschließend entschied sich der Stadtrat im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsabwägung für Abriss und Neubau. Dann kam das tragische Unglück. Auch dieses Tivoli fiel im September 2022 den Flammen zum Opfer. Damit war mit einem Schlag keine Stadthalle mehr da.

Mit der nun bewilligten Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz ist die Planung eines innovativen und ästhetisch ansprechenden Neubaus möglich. Die Baukosten sind aktuell mit 15,5 Mio. € geschätzt (inklusive 10% Risikozuschlag). Nachdem der Abbruch der Brandruine fast abgeschlossen ist, sieht der Zeitplan die Ausschreibung der Bauleistungen im 3. Quartal 2026 und den Beginn der Bauarbeiten in 2027 vor.

Die Planung, erstellt von Zaeske Architekten aus Wiesbaden (Freianlagenplanung: Büro Kamphausen aus Wiesbaden), resultiert aus einem von der Stadt Kastellaun durchgeführten Architektenwettbewerb.

Unter 20 Entwürfen konnte sich der Entwurf von Zaeske / Kamphausen durchsetzen. Der Entwurf setzt den Wunsch der Stadt nach einer städtebaulichen Dominanz der Kastellauner Burg, besonders treffend um. Architekt Luigi Pennella vom Architekturbüro Zaeske stellte beim heutigen Termin im Kastellauner Rathaus die Planung gemeinsam mit seiner Kollegin Lara Strohalm vor. Geplant ist eine Stadthalle mit einem großen Saal, der im Verhältnis 1/3 zu 2/3 teilbar ist. Insgesamt haben in diesem Saal an Tischen mehr als 520 Personen Platz, stehend 780. Darüber hinaus zeichnet sich die Planung durch ein lichtdurchflutetes Foyer mit Blick auf die Burg aus, in dem auch besondere Festlichkeiten stattfinden können. Neben den erforderlichen Nebenräumen befindet sich im Gebäude auch noch ein ca. 80m² großer Besprechungsraum, der für Vereine, Parteien, sonstige Initiativen oder kleinere Feiern verwendet werden kann. Die Bauweise des Gebäudes zeichnet sich durch eine hybride Konstruktion mit Stampflehm, Holz und Stahlbeton aus. Alle Flachdachaufbauten werden als Gründach in Form eines Naturdaches ausformuliert. Die geneigte Dachfläche des Saalbaukörpers erhält eine dachintegrierte Photovoltaik-Anlage. Zum Heizen und Kühlen setzt die Stadt auf Geothermie, also Nutzbarmachung von Erdwärme / -kälte.

Unterkunft suchen

Anreise

Abreise