DIE SPONHEIMER

Buch und Regie Hotte Schneider
 

Zwei Sponheimer Frauen stellten sich um 1331 der Machtpolitik des Trierer Kurfürsten Balduin von Luxemburg – Kastellaun erinnert daran mit einem historischen Theaterprojekt. Das Jahr 1331 ist ein Wendepunkt – für eine Frau, für eine Region und für die Geschichte Kastellauns.

Mit dem Theaterprojekt DIE SPONHEIMER greift die Stadt im Rahmen ihres 800-jährigen Jubiläums ein ebenso spektakuläres wie bis heute teilweise rätselhaftes Kapitel des Mittelalters auf. Zwischen Burgmauern, Gassen und Plätzen wird Geschichte nicht erklärt, sondern erlebt.
 


 

Achtung: Vorverkauf startet schon bald!

 



Termine & Informationen
 

Dreißig Akteure spielen auf sechs Stationen verteilt. Drei Zuschauer-Gruppen werden im 30-Minuten-Rhythmus gestaffelt durch die Aufführung zu folgenden Terminen und Uhrzeiten geführt:
 

13.09.2026  |  14:00 Uhr  |  14:30 Uhr  | 15:00 Uhr
03.10.2026  |  14:00 Uhr  |  14:30 Uhr  | 15:00 Uhr

 

Tickets können bei der Tourist-Information unter Telefon 06762 401-698 oder per E-Mail touristinfo@SPAMPROTECTIONkastellaun.de gekauft werden.

 

Mut, Diplomatie und Widerstand im Hunsrück
 

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist der Hunsrück ein politisches Pulverfass. Die Grafen von Sponheim kontrollieren große Teile des Landes zwischen Mosel und Nahe, ihre Burgen sind Machtinstrumente und Schutzräume zugleich. Doch der Trierer Kurfürst Balduin von Luxemburg treibt seine Expansion mit harter Hand voran.

In einer Serie von Fehden setzt er auf militärischen Druck, strategische Belagerungen und den gezielten Ausbau eigener Trutzburgen. Dabei geraten nicht nur sponheimische Besitzungen ins Visier: Auch die Burg Waldeck und die Burg Eltz werden bedroht – Burgen, die wichtige Verkehrs- und Handelsachsen sichern und damit Balduins Zugriff auf Zölle, Nachschubwege und politische Kontrolle im Moselraum behindern. Wer diese Schlüsselpositionen hält, bestimmt die Spielregeln der Region.

In dieser von Gewalt und Machtkalkül geprägten Welt übernimmt nach dem frühen Tod ihres Mannes die junge Loretta von Sponheim die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn. Balduin wähnt sich im Vorteil – und irrt!

Loretta reagiert nicht defensiv, sondern offensiv: Bei einer Moselschifffahrt wird der Kurfürst überrascht, gefangen genommen und auf ihre als uneinnehmbar geltende Starkenburg gebracht. Die Nachricht von der Gefangenschaft eines der mächtigsten Männer Europas verbreitet sich wie ein Lauffeuer im Reich.

Wochenlang reisen Gesandtschaften an, während Loretta trotz päpstlicher Exkommunikation unbeirrt verhandelt. Am Ende setzt sie ihre Forderungen durch, entlässt Balduin gegen ein hohes Lösegeld – das dieser zur allgemeinen Verblüffung sogar eigenständig erhöht. Dass er darüber hinaus freiwillig noch mindestens vierzehn Tage auf der Burg verweilt, gibt der Geschichte nicht nur bei Historikern bis heute Raum für wilde Spekulationen.

1331 endet Lorettas Regentschaft. Nach einer Sühnefahrt zum Papst nach Avignon und der Aufhebung des Kirchenbanns übergibt sie die Macht an ihren nun mündigen Sohn Johannes und zieht sich auf ihren Witwensitz, die Frauenburg bei Birkenfeld, zurück. Politisch ist sie entlastet – historisch längst keine Ausnahmeerscheinung.
 



Zum Inhalt von DIE SPONHEIMER

Genau hier setzt das Theaterstück von Hotte Schneider an. Auf Einladung Elisabeths von Valkenburg, der Gattin des Kastellauner Grafen Simon II. von Sponheim, wird Lorettas Besuch an diesem Tag in Kastellaun erwartet.

Elisabeth selbst hatte zehn Jahre zuvor mit einem Kniefall vor Balduin Stadt und Burg Kastellaun vor Zerstörung bewahrt. Ihr Treffen zweier kluger, politisch erfahrener Frauen ist von gespannter Hoffnung geprägt – während mit der neu errichteten Burg Balduinseck eine kurfürstliche Drohkulisse direkt vor den Toren der Stadt gerade bezogen wird.

DIE SPONHEIMER spielen an einem einzigen Tag des Jahres 1331, verteilt auf mehrere Stationen in Altstadt und Burg. Zuschauer bewegen sich durch historische Räume, werden Teil der Handlung und spüren, wie nah Bedrohung, Diplomatie und Hoffnung beieinanderliegen.

 

Zum Autor und Regisseur

Hotte Schneider hat zahlreiche Theaterprojekte geschrieben und inszeniert – oft auf Burgen, Marktplätzen, Dörfern oder in Zirkuszelten. Sein Stück „Der unbekannte Krieg“ wurde mit einem Bundespreis des BKM ausgezeichnet. Als Schauspieler wirkte er in zahlreichen Projekten mit. Im Film spielte er u. a. in „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz. Sein Solo-Stück „Die Tigerin“ ist das meistgespielte Theater im erweiterten Rhein-Hunsrück-Raum.

www.hotteschneider.com

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