Förderprogramm der Verbandsgemeinde Kastellaun

Neue Strategien in der Siedlungsentwicklung;
Schaffung vitaler Dorfzentren / Beseitigung von Leerstand


Aufgrund der demographischen Entwicklung werden wir zukünftig immer stärker mit der Problematik leerstehender Gebäudesubstanz konfrontiert. Hierzu kommen Funktionsverluste und strukturelle Wandlungsprozesse (Wegfall landwirtschaftliche Nutzung).
Die Altortslagen müssen an diese Rahmenbedingungen angepasst werden. Dabei gilt es Leerstände zu vermeiden bzw. für bereits bestehende Leerstände städtebauliche Lösungen aufzuzeigen. Denn ungenutzte Bausubstanz kann für die Dörfer zum Imageproblem werden. Solche Kommunen werden als sterbend wahrgenommen. Die leerstehenden Gebäude, insbesondere wenn es sich dabei um sogenannte „Schrottimmobilien“ handelt, haben eine negative Wirkung auf das Dorfbild. Diese negative Wahrnehmung entsteht für den Außenstehenden als auch für das Selbstbild der Bürger.
Leerstände bzw. verwahrloste im Verfall begriffene Bausubstanz können Wertverluste für ganze Quartiere bedeuten. Es entsteht ein Domino-effekt: Neuansiedlungen gehen zurück, weitere Leerstände können folgen und die Werthaltigkeit der noch bewohnten Häuser ist instabil. Zunehmende Leerstände haben auch Einfluss auf die Immobilienpreise, denn mit steigendem Immobilienangebot sinken die Preise.

Für die Zukunftsfähigkeit der Verbandsgemeinde Kastellaun als Wohn-, Wirtschafts-, Tourismus- und Naherholungsstandort muss das Erscheinungsbild der Dörfer als Visitenkarte ein zentrales Element sein. Es beeinflusst die Standortentscheidung Ansiedlungswilliger und prägt die Wahrnehmung von Besuchern. Der Immobilienmarkt allein kann dieses Problem nicht lösen. Es sollen Anreize geschaffen werden, mit Leerständen umzugehen bzw. Schrottimmobilien zu beseitigen. Diese Bewältigung sollte nicht mehr als rein private Angelegenheit verstanden werden, sondern als gesellschaftliche und kommunale Aufgabe. Dabei geht es weniger um temporäre Leerstände. Diese regelt der Immobilienmarkt. Unser Augenmerk gilt den langjährigen und nicht mehr nutzbaren Leerständen. Drohender Leerstand und die Erhaltung vitaler Dorfzentren geht uns alle an. Wir kümmern uns darum!
Die Einwohnerzahl der Verbandsgemeinde Kastellaun wird einer Berechnung des Statistischen Landesamtes zufolge bis 2035 um ca. 1.900 Einwohner sinken, d. h. die Einwohnerzahl reduziert sich in den nächsten 20 Jahren fast  um die Größe der Ortsgemeinden Beltheim (Ortsteil Beltheim) und Mastershausen!
Aktuell gibt es in der Verbandsgemeinde (ohne Stadt Kastellaun) 4.294 Wohngebäude wovon etwa 120 Gebäude leer stehen (2,84 % Stand: 01.01.2015). Entsprechend der oben genannten Prognose werden in 2035 rd. weitere 700 Wohnhäuser ungenutzt sein (Prognose für VG mit Stadt). Das sind die potentiellen Leerstände von morgen! Ein Überangebot an Wohngebäuden kann die Folge sein. Es wird immer mehr nur schwer zu vermarktende Objekte geben, die sich zu Problemimmobilien entwickeln.
Die Verbandsgemeinde Kastellaun möchte neben dem Förderprogramm Hilfestellung und Beratung für Kommunen, Eigentümer und Ansiedlungswillige anbieten:
Frau Werner (Tel.: 06762/403 33, e-mail c.werner@SPAMPROTECTIONkastellaun.de) berät in Fragen zu Fördermöglichkeiten, Verwertbarkeit von Immobilien und Grundstücken, Fragen zu Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Nutzungsmöglichkeiten. Wohnhausleerstände, ungenutzte und im Verfall begriffene Gebäude sowie Baulandpotential im Innenbereich (unter Einbeziehung von sinnvollen Entkernungen) werden von der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung kartiert und regelmäßig aktualisiert. Dabei müssen auch die Ursachen für den Leerstand, die Dauer von Leerständen und mögliche Konzentrierung von Leerständen gefiltert werden.

Was wird gefördert?
1.    Der Abriss leerstehender älterer Bausubstanz, die seit mindestens 3 Jahren leer steht bzw. ungenutzt ist, vor 1970 errichtet wurde und an der keine grundlegenden Erneuerungsmaßnahmen durchgeführt wurden.
2.    Der Abriss von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen zur sinnvollen Entkernung der Altortslagen zwecks Verbesserung der Belichtung, Besonnung und Belüftung von Wohnungen und Arbeitsstätten (Verbesserung von Wohnkomfort) und zur Optimierung der Zugänglichkeit von Grundstücken bzw. Erschließung (Schaffung von Bauland).
3.    Abriss von nicht sanierungsfähigen Gebäudeteilen.
4.    Maßnahmen zur Anpassung an zeitgemäße Wohnbedürfnisse.
5.    Maßnahmen zur Sanierung und Instandsetzung.
6.    Umnutzung von ehemals landwirtschaftlichen Gebäuden bzw. Gebäudeteilen zu Wohnraum.
7.    Kompetente Fachberatung und Planung für die Wiedernutzung der Immobilie (Architekt, Energieberatung, Landschaftsplanung usw.)
8.    Energetische Sanierung
9.    Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung (u. a. Verbesserung der Wärmedämmung, Erneuerung/Optimierung der Heizungsanlage, Fenster).
10.    Umbaumaßnahmen zur Steigerung der Barrierefreiheit.
11.    Einzelmaßnahmen zum Abbau von Barrieren in Gebäuden.
12.    Ausbau des Angebotes gemeinschaftlicher Wohnformen (Generationenwohnen).

Wer ist förderberechtigt?
Förderberechtigt sind alle Eigentümer von zuvor beschriebenen Gebäuden.

Wie hoch ist die Förderung?
2.000 Euro werden pauschal als Zuschuss gezahlt, wenn die Maßnahmen erfolgreich durchgeführt sind. Der erfolgreiche Abschluss der Arbeiten ist nachzuweisen. Die Investitionssumme für die Maßnahmen 4 - 12 muss mindestens 10.000 Euro betragen. Die Investitionskosten der Maßnahmen 1 – 3 werden bis maximal 20 % gefördert, höchstens jedoch 2.000 Euro.

Was ist sonst zu beachten?
    Der Antrag ist schriftlich (siehe entsprechendes Antragsformular) und vom Eigentümer selbst bei der Verbandsgemeinde Kastellaun einzureichen. Das Antragsformular und die Richtlinie stehen unten zum Download bereit.
    Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.
    Zusätzlich sind weitere folgende Unterlagen einzureichen:
    Beschreibung und Kostenvoranschläge der geplanten Maßnahme, Fotografien bzw.  Pläne des zu fördernden Objekts, Eigentümernachweis
    Der Abriss erfolgt in Eigenverantwortung des Eigentümers.

Richtlinien und Antrag
-  Richtlinien Vitalisierung oder Abriss (635 KB)
-  Antrag (21 KB)

 

 

Förderprogramme der Ortsgemeinden und der Stadt Kastellaun

Ortsgemeinde Alterkülz
-  Richtlinien (1.7 MB)

Ortsgemeinde Bell
-  Richtlinien (101 KB)

Ortsgemeinde Beltheim
- Richtlinien

Stadt Kastellaun
-  Fassadenförderung (1.9 MB)

Ortsgemeinde Mastershausen
-  Richtlinien (1.6 MB)

Ortsgemeinde Uhler
-  Richtlinien (1.1 MB)

 

 

Ansprechpartner

Frau Werner (Tel.: 06762/403 33, e-mail c.werner@SPAMPROTECTIONkastellaun.de) berät in Fragen zu Fördermöglichkeiten, Verwertbarkeit von Immobilien und Grundstücken, Fragen zu Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Nutzungsmöglichkeiten.

Für Fragen zu den Förderprogrammen in den Ortsgemeinden stehen Ihnen auch die Ortsbürgermeister gerne zur Verfügung. Die Anschriften finden sie unter der Rubrik "Ortsgemeinden".