Dauerausstellung | Mit Kreuzen gegen Atomwaffen

Der NATO-Doppelbeschluss 1979 und die geplante Stationierung von 96 Cruise Missiles in der Nähe von Hasselbach mobilisierte in den 80er Jahren des 20. Jahrh. den Widerstand vieler Menschen im Hunsrück. Dieser Protest war auch stark christlich geprägt. Davon zeugen die Friedensgebete, die 96 Kreuze an der Hunsrückhöhenstraße, das Kreuz am Haupttor des Stationierungsgeländes, mit den regelmäßigen Gottesdiensten, die Konvente und Mahnwachen der "Ordenleute für den Frieden", die Weltgebetstage der Frauen an der Pydna, die zahlreichen weltweiten ökomenischen Kontakte, die Arbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Bell, die Diskussionen im Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach, mit dem "Friedensweg Hunsrücker Christen", sowie des Engagement vieler Christen aus den einzelnen Kirchengemeinden des Hunsrücks, Evangelische wie Katholiken.

Die Sonderausstellung "Mit Kreuzen gegen Atomwaffen", die am 7. November 2014 im "Haus der regionalen Geschichte" eröffnet wurde, will auf diesen vielfältigen christlichen Widerstand im Hunsrück hinweisen, an die damaligen Ereignisse erinnern und diesen Teil des Protestes gegen die Nachrüstung aufzeigen.


05.05.2017

Ausstellungseröffnung "Kastellaun aus Sicht der Kinder"

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Kinder der vier Kastellauner Kindergärten haben sich in einem Malprojekt mit dem Thema "Jung und Alt gemeinsam" beschäftigt. 55 Kinder haben mitgemacht, insgesamt sind 54 Bilder entstanden. Außerdem haben sich die Dritt- und Viertklässler der Kastellauner Grundschule mit Fragebögen zu folgenden Aspekten beschäftigt:

 

  *   Das finde ich gut an Kastellaun:

  *   Das finde ich nicht so gut an Kastellaun:

  *   So soll Kastellaun in 10 Jahren aussehen/ das soll sich ändern:

Die Bilder werden im Haus der Regionalen Geschichte auf der Burg Kastellaun ausgestellt. Hier werden auch die mit den Fragebögen ermittelten Ergebnisse vorgestellt. Die Ausstellungseröffnung "Kastellaun aus Sicht der Kinder" findet am 05. Mai 2017 ab 10 Uhr statt. Zu dieser Veranstaltung lade ich Sie alle ganz herzlich ein!

Die Veranstaltung ist Teil des Zukunftsprozesses "Kastellaun 2030". Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Homepage www.kastellaun.de

Mit den besten Grüßen

Christian Keimer

09.06.2017

Eduard Bäumer (1892-1977) - eine Retrospektive

Die malerische Welt von Eduard Bäumer

Landschaften und Städtebilder waren die bevorzugten Themen von Eduard Bäumer. In der Natur suchte er die Ursprünglichkeit, in den Städten die Ordnung und Raumgestalt. Geboren am 13. Mai 1892 in Kastellaun im Hunsrück und ausgebildet am Städel in Frankfurt am Main, war er auch Schüler an der Itten-Schule in Berlin (Johannes Itten hatte den sogenannten „Vorkurs“ am Bauhaus entwickelt) und stand dem Bauhaus und etlichen seiner Lehrer, wie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Walter Gropius nahe.

Die Natur war für Eduard Bäumer die Herausforderung für seine Malerei. Sie war ihm Motiv und geistige Anregung, er wollte ihr auf den Grund gehen und dorthin gelangen wo Platon sagt: „die Natur ist ein Wesen.“ Der Weg dahin war lang und seine Suche nach den Quellen führte ihn so manchen Umweg, auch wenn er schon in den 1920er Jahren in den Abbruzzen, nahe Rom, diese Urheimat erlebt hatte. Himmel und Erde, aber auch das Meer, um diese Themen der Natur kreiste sein geistiges und malerisches Suchen. Er malte die Berge, das Meer und die Felsen, den Himmel und die Bäume, die Schluchten und steinigen Wege, das war es, was er gesucht und schliesslich in Kalabrien gefunden hatte. Zwanzig Jahre lang fuhr er in diese unwirtliche Gegend, die hart und rau ist, wie ihre armen Bewohner. Nicht liebliches Italien, sondern Urland, ungerodet, ungepflegt, aber echt und unverfälscht. “Wer sich dieses Land errungen hat, der hat es gewonnen”, schrieb er einmal – und Eduard Bäumer hat es sich in seinen Bildern angeeignet, es wurde ihm zum malerischen Schicksal, das er einsam aber dankbar annahm.

Formal blieb Eduard Bäumer ein Suchender. Er war nicht einem bestimmten Stil zuzuordnen, er war eher den französischen Fauves nahe als den deutschen Expressionisten. Seine künstlerische Haltung blieb stets zwar interessiert, aber ebenso distanziert. Seine Studenten schätzten an ihm seine Haltung und den Respekt vor den teilweise sehr unterschiedlichen Begabungen seiner Schüler, von denen bis heute etliche zu den bedeutendsten Vertretern der österreichischen Kunstszene gehören.

Die Ausstellung stellt in ausgewählten Bildern Bäumers Lebensweg vor: die frühen Arbeiten (1920 – 1930) waren vom Kubismus und der Neuen Sachlichkeit beeinflusst. Beeinträchtigt durch die Zeit des Nationalsozialismus und als entartet gebrandmarkt, zog sich Bäumer in den 1930er und 1940er Jahren nicht nur persönlich, sondern auch künstlerisch in eine stille Welt zurück, malte freundliche Landschaften, Blumen und Stillleben, um schließlich in der Abgeschiedenheit Süditaliens (ab den 1960er Jahren) in Kalabrien einen Weg zu seiner lebenslangen Suche nach Wahrheit und Bescheidenheit in der Kunst zu finden und zu einem völlig eigenen Stil der Landschaftsmalerei.

Eduard Bäumer starb am 21. Januar 1977 nach dem Besuch der Kandinsky Ausstellung in München bei einem Verkehrsunfall.

Die Ausstellung, die Werke des Künstlers zeigt, findet vom 09. Juni bis 27.August 2017 statt.

Burg Kastellaun

Kirchstraße 1 (Rathaus)
56288 Kastellaun
Telefon 06762 407214
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